Medikamentenengpässe
 

dffd
Medikamentenengpässe: Krankenkassen zocken ab - Patient egal

Die Formel ist ganz einfach: Krankenkassen bezahlen nicht den reellen Preis an die Hersteller. Die sind gezwungen, ihre Produktion ins Ausland zu verlegen um weiterhin in Deutschland verkaufen zu können. Das Ausland könnte liefern, aber die verkaufen ihre Produkte lieber dorthin, wo sie einen anständigen Preis bekommen. Deutschland geht leer aus und wird nicht mehr beliefert. Leidtragende sind die Patienten, die um ihre Medikamente kämpfen müssen.



Medikamentenengpässe

 

Herausgeber Dipl. Bw. Hans J. Busch Ein Kommentar von Dipl. Bw. Hans J. Busch
Herausgeber von LMfD News
am 8.1.2020

2019 waren deutschlandweit etwa 2.216 verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht lieferbar. Laut Apothekerverband hat sich die Zahl der nicht verfügbaren Rabattarzneien fast verdoppelt: Von 4,7 Millionen 2017 auf 9,3 Millionen Packungen in 2018. ABER: 2019 machten die gesetzlichen Krankenkassen und der Gesundheitsfonds rund 31 Milliarden Euro GEWINN.

Vorgegaukelt wird uns, das jedes 50. Arzneimittel von Lieferengpässen betroffen sei. Besorgniserregend ist vor allem auch, dass alle 31 Stunden eine Apotheke für immer schließt.

 

Istzustand

Viele Pharmakonzerne lassen Wirkstoffe in Fernost herstellen. Dort konzentriert sich die Produktion auf wenige Betriebe. Ursache für Lieferengpässe bei Medikamenten ist auch der Parallelhandel, der für einen Medikamentenabfluss aus Deutschland sorgt, weil viele Medikamente in Deutschland preiswerter sind als in anderen Ländern.

Es lohnt sich daher für sie, die rabattierten Medikamente in Deutschland aufzukaufen und sie in großem Stil in anderen Ländern teurer zu weiter zu verkaufen.

 

Gründe für Engpässe

Gründe für die Engpässe gehen auf Sparmaßnahmen zurück, nämlich die Rabattverträge. Um die entsprechenden Preise bieten zu können, werden Produktionen in Billiglohnländer verlagert. Unternehmen, die den Zuschlag zur Belieferung deutscher Apotheken nicht bekommen, steigen oft aus der Produktion aus. Aus Kostengründen produzieren Hersteller immer weniger einen Wirkstoff.

So wird das Antibiotikum Piperacillin/Tazobactam weltweit nur noch in zwei chinesischen Produktionsstätten hergestellt, das Antidepressivum Venlafaxin, die Antibabypille Zoely und Ibuprofen waren knapp, weil ein Werk in Texas ausgefallen war.

 

Hauptschuld bei den Krankenkassen

Die Gesetzlichen Krankenkassen dürfen die Medikamentenpreise durch Rabattverträge mit einzelnen Anbietern selbst verhandeln und dürfen frei entscheiden, mit wem sie Rabatte ausmachen. Rabattverträge wurden im Jahr 2007 durch den Gesetzgeber genehmigt, um die Wirtschaftlichkeit der Medikamentenversorgung zu verbessern.

Deshalb kann es sein, dass jemand, bei gleicher Indikation, ein anderes Medikament erhält als ein anderer, der bei einer anderen Krankenkasse versichert ist. Auch werden bisher verordnete und gut wirkende Mittel von heute auf morgen ausgetauscht wird, weil die Krankenkasse von einem anderen Unternehmen einen höheren Preisnachlass bekommt.

 

Fazit

Apotheker und Ärzte sehen die Rabattverträge mit Blick auf das Patientenwohl kritisch, denn der Vorteil für die Krankenkasse ist der Nachteil des Patienten. Sorgen wir dafür, dass die Pharmahersteller wieder faire Preise bekommen, haben wir auch keine Engpässe mehr. Denn nur so funktioniert soziale Marktwirtschaft !!!

 
Herzlichst ihr Dipl. Bw. Hans J. Busch
Herausgeber LMfD News

 

© Eigenartikel www.lmfd.de

Seite weiterempfehlen
Kommentar abgeben
Facebook

Herausgeber
News Home
home